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Zwischen Kompromiss und Härte: Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht

Zwischen Kompromiss und Härte: Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht

Wir stellen die Spitzenkandidierenden derjenigen Parteien vor, die bereits im Bundestag vertreten sind, oder bei denen aufgrund aktueller Umfrageergebnisse erwartet wird, dass sie in den Bundestag einziehen könnten. Mit Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht schickt die Linke wieder ein Duo in den Bundestagswahlkampf.

Dietmar Bartsch

Im Wahlkampf tritt Dietmar Bartsch oft pointiert und witzig auf. Der 59-Jährige ist ein erfahrener Stratege seiner Partei. In der Politik ist er gut vernetzt. Im persönlichen Umgang gilt er als unkompliziert und hat ein gewinnendes Wesen. Dennoch hat er es als ein Hoffnungsträger für Rot-Rot-Grün im Bund schwer, gilt doch ein Linksbündnis nach der Wahl als wenig aussichtsreich.

Zum Durchsetzen von Zielen brauche man Partner, zum Koalieren Kompromisse, betont den Linken-Politiker. In der DDR trat er noch als Heranwachsender in die SED ein, studierte Ökonomie und promovierte in Moskau. Von 1991 bis 1997 war er Schatzmeister der Nachfolgepartei PDS. Anschließend wurde er Bundesgeschäftsführer – bis er sich 2010 mit seinem damaligen Parteichef Oskar Lafontaine überwarf.

2012 unterlag der Stralsunder in einem Flügelkampf um den Parteivorsitz, an dem auch Lafontaine beteiligt war. Gemeinsam mit Sahra Wagenknecht trat Bartsch 2015 die Nachfolge von Gregor Gysi im Fraktionsvorsitz an.

Sahra Wagenknecht

Die 48-Jährige hat viel von ihrer Schärfe früherer Jahre abgelegt, tritt aber immer noch für eine Überwindung des Kapitalismus in Deutschland ein. Sie zieht die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf sich – in Talkshows ist sie gefragt. Im Bundestag ruft sie regelmäßig gereizte Reaktionen der anderen Parteien hervor.

Als Rednerin kann die Frau von Oskar Lafontaine Hallen für sich einnehmen. Sie ist kontrolliert und ehrgeizig, ob im Wahlkampf oder auf ihrem Fahrrad, mit dem sie große Touren zuhause im Saarland unternimmt.

Lange war sie Wortführerin der Parteigruppierung „Kommunistische Plattform“, ließ ihre Mitgliedschaft aber nach dem Aufstieg in die Parteispitze ruhen. Seit dem Rückzug Lafontaines aus der Bundespolitik führte Wagenknecht den linken Parteiflügel an.